Kompositorisches Schaffen | Kunst der Fuge | Liste aller Parallelfugen
Komposition: Kunst der Fuge

Warum überhaupt Parallelfugen zur Kunst der Fuge (BWV 1080) von J. S. Bach?
Ist die Kunst der Fuge nicht etwa gut genug alleine?
Verwässert man nicht etwa das reine Werk von Bach?

Nach meiner Überzeugung hat Bach dieses Werk als Beispiel- und Lehrwerk geschrieben. Seine Kunst weiterzugeben, war ihm so wichtig, dass er sein Augenlicht riskierte, um es selbst in Kupfer zu stechen.

Ich habe dies ernst genommen und versucht, der Bachschen Fugenkunst so nahe wie möglich zu kommen, weil es mich gereizt hat, seine Technik bis ins Innerste zu erfassen.

Dies erschien mir möglich durch Parallelfugen, die mit Bach gleichzeitig spielbar sind und mit seiner Komposition zusammen einen 8-stimmigen Kontrapunkt ergeben, also ein neues Musikstück.

Denn durch diese enge Bindung an Bachs Fugen wurde ich gezwungen, meine eigenen Ideen einerseits Note für Note fallen zu lassen und Bach unterzuordnen, da gewissermaßen jeder von ihm schon komponierte Ton mir im Wege stand, und andrerseits trotzdem einen Weg zu finden, nicht nur passende Töne zu ihm zu suchen, sondern weit mehr noch, trotz dieser selbst auferlegten Begrenzung mit ihm als Lehrmeister eine Entwicklung meiner Musik zu erleben, so dass meine Parallelfugen auch, völlig selbständig und alleine gespielt, auf eigenen Füßen stehen, cantabel klingen und "wie zufällig" auch noch gleichzeitig mit Bach zusammen passen.

Bisher uraufgeführt:
Parallelfugen über Contrapunctus I bis XII und Uraufführung am 5. Juni 2004 in der Nathanaelkirche zu Berlin-Schöneberg: Parallelfuge zu Contrapunctus 15 (Handschrift: keine Bezeichnung, Erstausgabe: Fuga a 3 sogetti, Peters: Nr. 15, Bärenreiter: Nr. 18) mit Vollendungsversuch von C. 15, Takt 239 bis 333 und gefundenem 4. Thema (aus der Kunst der Fuge, Contrapunctus V), desgleichen fertig:

Parallelkanons zu Canone 1, 2, 3, 4 und "Verdopplung" der Fuga per due pianoforti (Bachs eigener Bearbeitung von Contrapunctus 13). Uraufführung in der Nathanaelkirche Schöneberg am 25. September 2005.

Seit Herbst 2005 liegen alle Parallelfugen über die gesamte Kunst der Fuge im Bach-Archiv Leipzig unter dem Titel: "Die 8-stimmige Kunst der Fuge": Direktlink »

Uraufführung von Contrapunctus IV achtstimmig am 10. September 2011 durch das Adumá Saxophonquartett in der Nathanael-Kirche Berlin-Schöneberg: Video (YouTube) »

 

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